Über die Vergabe der Marktrechte, die Harpener Kirmes bis zum Dorffest Harpen

Bekanntmachung aus dem Dortmunder Wochenblatt vom 19. Juli 1812:

"Mit Genehmigung der hochlöblichen Präfektur wird dieses Jahr zum ersten Mal und künftig alle Jahre im Kirchendorfe Harpen nach der Ostseite hin und auf einem offenen Platze nach dem Gehölze am 14. August ein Viehmarkt und zugleich mit demselben ein Krammarkt gehalten werden. Es soll auf bestmöglichste Weise dafür gesorgt werden, dass dieser Markt so eingerichtet ist, dass das handelnde Publikum zufrieden ist." (zu dieser Zeit wurde Harpen durch eine französische Präfektur verwaltet)

(Quelle: "Harpener Kirchenzeitung zum 1000-jährigen Bestehen des Kirchplatz Harpen", Herausgeber: Ev. Kirchengemeinde Harpen, August 2000)

Diese Vergabe der Marktrechte an Harpen war anscheinend die Geburtsstunde der Harpener Kirmes, die über viele Jahre hinweg durch einen Schweinemarkt entlang des Kirchweges (heutiger Vinzentiusweg) ergänzt wurde. Viele Jahre später wanderte der Kirmesstandort auf den Harpener Hellweg und auf die damalig vorhandene Freifläche an der Baldurstraße. Nach dem Wegfall des Platzes an der Baldurstraße wanderte der Kirmesstandort wieder in Richtung Vinzentiusweg/Kattenstraße und auf den Lütkendorpweg.

In den Veröffentlichungen der Kortum-Gesellschaft Bochum - Im 5. Heimatbuch 1951 - Im Kapitel "Ein halbes Jahrhundert Harpener Geschichte" - berichtet Max Ibing über die Harpener Kirmes wie folgt:

Es gab eine Zeit in Harpen, da ging die allgemeine Einstellung der Einwohnerschaft dahin, sich von der Umwelt abzuschließen, man huldigte dem Prinzip der „Splendid isolation", man genügte sich selbst. In der Tat haben bis auf den heutigen Tag die richtigen Harpener ihre tief eingewurzelten Eigenarten bewahrt, in gewisser Beziehung führt die Bevölkerung heute noch ein Eigenleben, das sich von außen nicht beeinflussen läßt. Jedenfalls ist die Mentalität der Bewohner in den Nachbarorten Gerthe, Werne, Hiltrop, Altenbochum eine ganz andere, wo durch den Strom der Zugewanderten eine stärkere Vermischung stattgefunden hat.

So erlebte der Verfasser dieser Geschichte einmal einen ganz typischen Standpunkt der Gemeindeväter als er mit diesen überlegen wollte, wie man den Verkehr und die Entwicklung in Harpen heben könnte und man das Leben aus der Erstarrung zu lösen vermöchte. Das Ergebnis dieser Beratung war überraschend, als ein prominentes Mitglied der Vertretung erklärte: „Wie wöt för us bliewen, wie brukt känne Fremmen." Und alle anderen nickten ihm Beifall; er hatte jedenfalls aus der Volksseele, die ihnen heilig war, gesprochen.

Man dachte zwar sozialistisch oder liberal, war aber in vielen Sachen, die das Ortsgeschehen anbetrafen, stockkonservativ. Hierzu gehörte auch das Festhalten an der althergebrachten Kirmes, die sich einer besonderen Beliebtheit erfreut. Sie war früher gleichzeitig ein Fest in allen Häusern; Verwandte und Bekannte kamen zu Besuch.

Über diese Kirmes wurde 1939 berichtet:

„Wieder einmal steht das uralte Harpen im Zeichen der Vorbereitungen zur Abhaltung seiner traditionellen Kirmes, die sich in jedem Jahre aufs neue zu einem wahren Volks- und Heimatfest gestaltet. Vor 127 Jahren gestattete nach einer alten Urkunde die damalige französische Behörde, daß am 14. August des Jahres 1812 erstmalig in Harpen ein Viehmarkt und gleichzeitig mit ihm verbunden auch ein Krammarkt abgehalten werden durfte. Alle Anzeichen aber deuten darauf hin, daß die Kirmes in Harpen schon viel älter ist. Es wird sich bei der vorbezeichneten Genehmigung vielmehr um eine solche für den Viehmarkt gehandelt haben, denn die Harpener Kirche stammt schon aus dem 12. Jahrhundert, und es ist darum auch anzunehmen, daß seit dieser Zeit in Harpen die Kirchweihfeste gefeiert wurden, die ja stets mit einem Krammarkt und Vergnügungsrummel verbunden waren.

Die Harpener sind jedenfalls in ihrem festverankerten Heimatbewußtsein stolz auf ihre Kirmes. Wenn ihr Alter auch nur schwer festzustellen sein wird, so steht doch einwandfrei fest, daß sie in Harpen eine alte Tradition hat, an der die älteren wie auch die jüngeren Generationen festhalten. Die Harpener Kirmes ist zweifellos zu einem ‚Nationalfesttag" für Harpen geworden, der alljährlich in gebührender Weise mit aller westfälischen Zähigkeit gefeiert wird. Es ist das Ereignis mit, das Harpen aus seiner sonst noch‚ ziemlich ländlichen Ruhe herausreißt. In diesem Jahre ist das ‚Harpener Großereignis' um einen Tag erweitert worden. Wenn die Harpener auch schon von jeher den Sonnabend als Auftakt gefeiert haben, so ist in diesem Jahre doch erstmalig der Sonnabend offizieller Auftakt der Kirmes, der am Abend mit einem großen Feuerwerk beginnt. Gleichzeitig beginnt auch in den Harpener Gaststätten das offizielle Kirmesanblasen. Am Dienstagmorgen wird nach altem Brauch der Schweinemarkt abgehalten."

(Quelle: "5. Heimatbuch 1951 - veröffentlicht durch die Kortum-Gesellschaft Bochum)

Seit dem Jahr 2004 wird die Harpener Kirmes mit einem Stadtteilfest verbunden und als "Harpener Dorffest" vom Förderverein Harpen. e. V. und der Bochum Marketing GmbH fortgeführt. Seit dem Jahr 2007 ist das Traditionsfest eine "bezirkliche Veranstaltung" der Bezirksvertretung Bochum-Nord und wird von ihr mitveranstaltet.

 
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